Tauchplätze: Süßwasser / Mexiko

Meine Tauchgänge im Süßwasser fanden nicht im Tümpel um die Ecke bei uns in Deutschland statt, sondern in weiterer Ferne: In der Dominikanischen Republik und in Mexiko.


Über das Tauchen in den Cenoten berichte ich hier mit zahlreichen Fotos auf verschiedenen Seiten.

Auf der Seite aus dem Jahr 2020 gibt es einen aktuellen Bericht über Cenoten-Tauchgänge mit Scuba Caribe. Die Seite aus dem Jahr 2016 enthält eine Story über das Tauchen mit Dressel Divers in den Cenoten. Die anderen, älteren Jahrgänge 2013, 2010 und 2005 zeigen nur Fotos. Mehr Bilder gibt es dann noch in der Videorubik.

Alle hier beschriebenen Tauchgänge und Tauchplätze spielen sich im Grottenbereich der Cenoten ab und sind ohne technisches Tauchequipment von jedem Taucher mit guter Tarierung zu bewältigen. Technische Tauchgänge in den Höhlenbereich sind hier nicht beschrieben. Bei der Beschreibung der Abläufe der Tauchbasen muss man zudem wissen, dass sich alle Anbieter auf einen Sicherheitsstandard verständigt haben und eine Begleitung durch einen zertifizierten Höhlentauch-Guide vorgeschrieben ist.

Ein Überblick über die Tauchplätze in alphabetischer Reihenfolge (Die Jahresangaben verraten Euch, auf welcher Seite ihr dazu Bilder findet)

Cenote Chac Mool (2010, 2013, 2016)

Chac-Mool und Kukulkan gehören zu einem Cenoten-System und sind unterschiedliche Einstiege und Routen. Dies hier ist der Tauchgang in der Haupthöhle. Der Einstieg führt über eine schmale, in Fels gehauene Treppe zu einer kleinen Plattform. Von dort führt ein ausgeleinter Rundkurs durch das Höhlensystem. Der "Halocline"-Effekt ist hier nicht so sehr ausgeprägt. Als Highlight gibt es (je nach Tauchrichtung) kurz vor dem Ende oder ganz am Anfang einen sogenannten Air Dome. Dabei handelt es sich um einen Teil der Grotte, der eine Öffnung zur Oberfläche hat. Hier kann man auftauchen und Frischluft atmen. Der Dschungel hat das mystische Loch überwuchert. Fledermäuse bewohnen die Decke. Wurzeln von großen Bäumen ragen von oben in die Höhle. Das gibt es sonst nur in Abenteuerfilmen.

Cenote Chikin-Ha (2016)

Genau gegenüber vom Barcelo-Hotelkomplex und damit dem Standort der Dressel Divers liegt die Zufahrt in den Dschungel für einen Tauchgang in Chikin-Ha. Hier ist rund um die Cenote ein touristischer Ecopark entstanden mit Schwimm- und Schnorchelmöglichkeiten, mit Seilrutschen und anderem. Der Zugang zur Cenote vom Parkplatz aus ist etwas weiter, der Weg durch den Dschungel aber lohnend und hinterher auch belohnend: Mit einem oder zwei Tauchgängen in einer eher etwas dunklen Cenote, die faszinierend dekoriert ist. Der eine Weg führt vom Eingang durch einen Tunnel zur nächsten Cenote, der Cenote Rainbow. Der Tauchgang ist mit rund 65 Minuten länger als ein üblicher Cenotentauchgang und daher eher Leuten vorbehalten, die dies mit dem Laufverbrauch managen können. Der zweite Weg führt durch eine große Halle mit einer Felsformation, die den Namen "Siamesischen Hunde" trägt, weil das Gebilde hier so aussieht wie zwei Hunde, die Rücken an Rücken untrennbar verbunden sind.

Cenote Dos Ojos Bat Cave (2005, 2010, 2013, 2016, 2020) und

Cenote Dos Ojos Barbie Line (2005, 2010, 2013, 2016)

Knapp einen Kilometer von Tulum und 48 Kilometer von Playa del Carmen entfernt weisen Hinweistafeln am Straßenrand auf diese Cenote hin. Eine Dschungelstraße führt zu einem großen Parkplatz - hier herrscht viel Tauchbetrieb. Kein Wunder, es ist eine der bekanntesten Cenoten. Im großen und weitläufigen System, zu dem Dos Ojos gehört, fanden diverse professionelle Filmproduktionen statt. Ein Teil ist als Abenteuerspielplatz im Dschungel eingerichtet, andere Zugänge sind erfahrenden technischen Tauchern vorbehalten und die berühmten "Zwei Augen" sind die Haupttauchplätze für den Grottentaucher.

"Dos Ojos" bedeutet also soviel wie "Die zwei Augen". Damit ist die Struktur auch schon beschrieben: Die unterirdischen Tunnel verbinden eine Reihe von Öffnungen, die wie zwei große Augen erscheinen. Eine Leine führt vom Einstieg im flachen Bereich (3-7 Meter) durch das System mit zahlreichen Tropfsteinen. Eine zweite Linie weißt den Weg in die Fledermaushöhle "Dos Ojos Bat Cave", dieser Tauchgang ist jener, der durch den dunkleren Teil des Tunnelsystems mit weniger Lichtöffnungen zur Oberfläche führt. Die Höhlen sind reichhaltig und sehr schön mit Tropfsteinen dekoriert. Ein Stein hat, von der richtigen Seite und mit etwas Fantasie betrachtet, die Form einer Madonna.

In "Dos Ojos" gibt es im übrigen auch ein Krokodil! Mehr dazu bei den Fotosammlungen. Das Krodokil hatte ich schon 2005 entdeckt. Es lebt dort im Jahr 2016 immer noch am gleichen Platz und ist ausgesprochen standorttreu. Um dorthin zu gelangen, folgt man dem Guide auf der "Barbie-Line" durch das Höhlensystem.

Cenote Dreamgate (2020)

Wow! Eigentlich fallen mir nicht viel mehr Worte ein. Von der Hauptstraße aus geht es zunächst rund drei Kilometer über eine Straße, die diesen Namen nicht verdient, tief in den Dschungel. Richtig tief. Eine kleine gerodete Parkplatzfläche, ein Loch im Boden, eine steile Treppe (deren glitschige hölzerne Stufen mit Resten von Autoreifenmanteln begehbar gemacht wurde und ein völlig unscheinbarer Einstieg in die Unterwelt. Den Flaschenzug zum Herablassen oder hochziehen von Ausrüstung nicht vergessen. Taucht man nun ab, erreicht man Tauchtiefen die nur selten unter 6 Meter liegen. Dafür führt die Route durch die wohl am meisten dekorierte Höhle, die ich bis dahin gesehen habe. Stalakniten und Stalaktiten überall, in alle Größen und Längen. Extrem lockerer Sandgrund, ein Flossenschlag reicht aus, die Sicht für alle Zeit zu nehmen. Die Passagen sind zwar immer breit genug, dass zur Not auch zwei Taucher nebeneinander passen würden, doch der Eindruck - wäre es beim Tauchen nicht denkbar unpassend und daher symbolich gemeint - einfach atemberaubend.

Cenote Kukulkan (2010, 2013, 2016)

Das große Cenoten-System "Chac Mool" hat für den Grottentaucher verschiedene Zugänge. So führt der erste Zugang über die Cenote Kukulkan zu einem Tauchgang entlang des Randes einer großen Grotte. Er beginnt im Bereich von vier Metern Tiefe, führt auf maximal 15 Meter Tiefe hinab und hat einige Abschnitte, bei denen der "Halocline"-Effekt besonders massiv auftritt: Hier vermischen sich Süßwasser- und Salzwasserschichten, was zu einem Blick wie nach viel zu vielen Litern Cocktail führt. Alles ist verschwommen. Dieser Effekt ist ein sicheres Zeichen, dass das Höhlensystem irgendwo Verbindung zum Ozean haben muss. Diese Verbindung aber ist für den normalen Sporttaucher nicht erreichbar. Kukulkan und Chal Mool haben große offene "Räume" mit vielen faszinierenden Lichtspielereien.

Cenote Labna-Ha (2005)

Kurz vor Tulum geht es gut drei Kilometer weit in den Dschungel. Auf dem Pfad gibt es noch eine Abzweigung zum Mayadorf Nohoch. Hier liegt das längste zusammenhängende unterirdische Tunnelsystem Yucatans, das irgendwo tief unter der Erde auch mit der hier betauchten Cenote verbunden sein wird. Als ich bei dieser Cenote war, war sie ganz neu für den Tauchbetrieb zugänglich und wurde noch exklusiv von Scuba Caribe besucht. Das ist heute nicht mehr so, auch wenn sie selten von den Tauchbasen angefahren wird. Der Grund: Über eine steile Treppe geht es in eine große Höhle mit einer Plattform auf dem Wasser. Hier wird die Ausrüstung zusammengebaut und hier beginnen und enden auch die Tauchgänge. Zwei Leinen weisen den Weg durch den Grottenbereich des Tunnelsystems, so dass hier mehrere Tauchgänge durchgeführt werden können. Dabei ist der Grottenbereich relativ klein. Um Labna-Ha richtig zu entdecken, ist eine Zertifizierung als Höhlentaucher erforderlich. Das erklärt, warum man diese Cenote kaum im Angebot der großen Tauchbasen findet.

Cenote Ponderosa / Garden of Eden (2003)

Eine große Öffnung, die über wenige Treppenstufen zu erreichen war, bildete den Einstieg. Die Cenote hatte wenig Stalagmiten und Stalaktiten, jedoch ein grandios klares Wasser, in welchem das Licht durch die immer wieder auftretenden Öffnungen zur Oberfläche ein faszinierendes Spiel lieferte.

Cenote Tajma-Ha (2003, 2010, 2013, 2020)

Der Zugang zu dieser Cenote führte über eine enge, steile Treppe, so dass beim Ausrüstungsschleppen einige Vorsicht angebracht war. Hier war nur eine kleine Öffnung vorhanden, durch die es in ein Tunnelsystem ging, welches drei zum Teil komplett unterirdisch liegende Cenoten miteinander verbindet. Zahlreiche Tropfsteine und auch hier wieder faszinierende Lichteffekte durch das spärlich eindringende Tageslicht machten diesen Tauchgang zu einem ungewöhnlichen und einmaligen Erlebnis. In einer der unterirdischen Höhlen steht das Wasser nicht bis zur Höhlendecke. Hier konnten wir auftauchen und zahllose Fledermäuse an der Höhlendecke beobachten. In dieser Cenote ist zwar nur eine Route ausgeleint, doch unser Guide hatte für den zweiten Tauchgang dann einen eigenen Kurs eingeschlagen und die obligatorische Leine gelegt. Diese wurde nach dem Tauchgang natürlich wieder eingesammelt. Bei einem anderen Besuch haben wir die eine vorhandene Leine, die einen Rundkurs darstellt, in beide Richtungen betaucht, was durchaus unterschiedliche Eindrücke gestattet.

Cenote The Pit (2020)

"The Pit" gehört zum Cenotensystem von Dos Ojos, nutzt aber einen ganz anderen Zugang als die bekanntere Hauptcenote. Überwasser findet man nur eine sehr kleine, schmale Öffnung. Eine steile Leiter führt zu einer kleinen Plattform. Der Oberflächenbereich gleicht einem winzigen Schwimmingpool. Taucht man ab, taucht man wie durch den Ausguss eines überdimensionalen Teekessels, denn nach wenigen Metern Tauchtiefe öffnet sich eine riesige Höhle. Der Tauchgang in "The Pit" beginnt normalerweise tief: Man taucht zügig auf ca. 27 Meter ab, dabei durchschwimmt man eine Halocline (die Schicht, in der Süßwasser und Salzwasser übereinander liegen und leicht durchmischt werden) bei ca. 12-13 Metern. Erreicht man die 27 Meter-Marke, sieht man unter sich eine weiße Schicht. Durch Stoffe, die hier ins Wasser eingebracht wurden, verfärbt sich das Wasser. Theoretisch könnte man noch deutlich tiefer tauchen, doch das wäre über das Limit des üblichen Sporttauchbereiches hinaus. Vielmehr beginnt man hier einen Rundkurs immer an der Aussenwand des Kessels und schraubt sich langsam nach oben. Dabei kann man während eines Tauchgangs mehrere Runde auf unterschiedlichen Höhenniveaus machen. Schließlich geht es durch den "Kesselausguss" wieder an die Oberfläche. Die Lichtspiele sind dabei unglaublich. Übrigens: Eine Leine gibt es hie rnicht, zumindest keine für den Sport- (Grotten-) taucher. Wer eine Leine findet, ignoriert sie. Daran entlang gelangt man in einen Bereich, der nur brevetierten Höhlentauchern zugänglich ist.

Cenoten 2020
Cenoten 2020
Cenoten 2016
Cenoten 2016
Cenoten 2013
Cenoten 2013
Cenoten 2010
Cenoten 2010
Cenoten 2005
Cenoten 2005
 
 
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