Lykia World, Türkei, Ölüdeniz

 
Dieser Bericht aus September 2009 wurde ins Archiv verschoben.
Das Hotel Lykia World 3km außerhalb von Ölüdeniz hat einen neuen Betreiber und firmiert inzwischen als Liberty Hotel Lykia World. Da die Tauchbasis bei meinem Besuch direkt vom Hotelmanagement geführt wurde und kein unabhängiger Subunternehmer war, ist dieser Bericht überholt. Es scheint aktuellen Reisekatalogen zufolge auch weiterhin ein Tauchsportangebot vor Ort zu geben, Details sind mir aber nicht bekannt.

Tauchbasen, die an ein Hotel angegliedert sind oder Räumlichkeiten einer Hotelanlage nutzen, sind in der Regel dennoch eigenständige Betriebe. Im Hotelkomplex Lykia World trifft der Gast auf einen der seltenen Fälle, in denen die Tauchbasis nicht von einem Subunternehmer betrieben, sondern vom Hotel in Eigenregie geführt wird. Unter den Tauchgästen sind so überwiegend Gäste des Hotels zu finden.

Check-In

Erst einmal fällt mir auf, dass sich gegenüber 2004 (und meinem letzten Bericht hier auf der Seite) vieles verändert hat: Die offenkundigsten Veränderungen sind ein Wechsel in der Leitung und eine kleine Verlegung der Räumlichkeiten. Dazu später mehr.

Das obligatorische Anmeldeprozedere war unkompliziert: Ein Bogen mit den persönlichen Daten und eine Unterschrift unter einer obligatorischen Erklärung über die Einhaltung von Regeln zum sicheren Tauchen. Natürlich wurde auch auf dieser Basis nach einer gültigen Tauchtauglichkeitsbescheinigung gefragt. Unter dem durchweg mehrsprachigen Personal - die Basis ist in einer Anlage mit international sehr gemischter Gästegruppe angesiedelt - gibt es auch deutschsprachige Mitarbeiter, so dass die Erläuterung der üblichen Basisabläufe ohne große Sprachbarriere möglich ist.

Räumlichkeiten

Gelangte man 2004 noch mehr oder weniger mitten durch das Hauptrestaurant am Strand in die Räume der Basis, so hat man nun den Eingang verlegt, so dass sich Tauch- und Gastronomiebetrieb nicht weiter mehr stören. Gleichzeitig erweitert ein bisher nicht eingesetzter Innenhof eines Gebäudekomplexes den Raum der Tauchbasis, so dass insgesamt eine angemessene Vergrößerung entstanden ist. Büro und Shop sind neben einem zweiten Raum untergebracht, in dem Leihausrüstung gelagert wird und auch Platz für mitgebrachte eigene Ausrüstungen vorhanden ist. Ein Spülbecken steht zur Verfügung, leider gibt es für Regler keine separate Möglichkeit.

Eine sehr positive Besonderheit im Sinne des Unfallmanagements ist ebenfalls erwähnenswert: Die Basis besitzt eine eigenen 4-Personen-Haux-Druckkammer.

Ab ins Wasser

Zwar gibt es einen festen Tauchplan, aus dem entnommen werden konnte, was wann angeboten wird (Tagestouren, Halbtagesfahrten, Strandtauchgänge - jeweils mit Zielen und Zeiten), doch wurde dieser Plan eigentlich an keinem Tag eingehalten. Dies ist hauptsächlich auf die relativ übersichtliche Auslastung der Basis und ein paar unkalkulierbare Tage mit entsprechenden Wetterbedingungen am Mittelmeer zurückzuführen. Vielleicht wäre es gut, so einen Plan dann nur in der Hauptsaison zu verteilen.

Nicht, dass dies als übermäßige Kritik verstanden wird: An Bord erfolgte regelmäßig eine Absprache bezüglich der Tauchplätze, so dass versucht wurde, zu viele gleichartige oder gleiche Ziele anzusteuern. Wegen der geringen Auslastung gab es jedoch nur Halbtagestouren, weiter entfernte Tauchspots konnten nicht angefahren werden.

Während von Land aus nahezu jeder Tauchbasis-Guide Tauchgänge machen konnte, durften die Tauchausfahrten nur von einem bestimmten Guide begleitet werden. Die Tiefen des türkischen Rechts sind da für uns wohl unergründlich.

Die vorbereitete Ausrüstung wird nur wenige Meter über den Landeplatz der Paraglider zum Bootssteg transportiert und dann umgeladen. Blei gibt es an der Basis und - falls man sich in der Menge vertan hat - in geringer Menge auch noch an Bord.

Die Tauchplätze sind zwischen zehn und siebzig Bootsminuten entfernt, ein Tauchgang ist auf eine Länge von rund 50 Minuten begrenzt. Diese Begrenzung macht hier Sinn, da häufig tief getaucht wird: Rund 30 Meter und 10l-Flaschen sind die Normalkombination.

Das Briefing erfolgt, wenn es denn stattfindet, an Bord. War es früher nur ein einfaches "dort rein - da lang - dann raus", gibt es jetzt Riffkarten und umfangreiche Erläuterungen.

Das Tauchboot ist angenehm groß und in einem vergleichsweise akzeptablen Zustand. Lediglich die Klappleitern sind beim Einstieg nicht ungefährlich: Die Scharniere sind sorgfältig zu beachten, sonst kann etwas Seegang schnell zu Verletzungen an den Fingern führen.

Spezialkurse: Nitrox

2004 hatte ich hier unter einigen Besonderheiten und leider auch Unregelmässigkeiten (beachte: nun gibt es eine neue Basisleitung!) einen Nitrox-Kurs gemacht. Aktuell im Jahr 2009 wird Nitrox nicht mehr angeboten.

Zur Kasse bitte

Die Abrechnung aller Leistungen der Tauchbasis erfolgt über die Nebenkostenabrechnung des Zimmers und wird am Ende des Urlaubs bezahlt. An der Rezeption werden alle gängigen Zahlungsmittel akzeptiert. Die Preise sind durchgehend in Euro angegeben, abgerechnet wird zum jeweiligen Tageskurs in Landeswährung. Die frühere Rabattregelung nach Anzahl der Tauchgänge hat man abgeschafft, statt dessen gibt es nun klassische "Tauchpakete", die im Vorfeld im Basisbüro gebucht werden. Nachteil für die Gäste: Wer zum Beispiel 12 Tauchgänge macht, wird ein günstiges Tauchpaket mit 10 Tauchgängen buchen, muss aber die weiteren 2 Tauchgänge wieder den Vollpreis bezahlen, ganz so, als hätte es das Tauchpaket vorher nicht gegeben. Das ist schlicht dreist und kundenunfreundlich.

Fazit

Wer sich nicht an den kargen Tauchplätzen der südtürkischen Ägäis stört, findet im Hotel Lykia World eine sehr gut ausgestattete Tauchbasis mit nicht ganz so preiswerten Angeboten.

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